ARTIKEL DER KATEGORIE: Presse-Echo

Meister KissChess in die Bundesliga – Junge Schachspielerinnen starten durch

Mit sieben siegreichen Partien aus 7 Runden darf man ausgelassen sein: IM Irine Kharisma Sukundar, WFM Viktoria Radeva.

Die Erfolgsgeschichte ist kurz, aber steil: Im Dezember 2017 gründeten Schach-Enthusiasten aus Bad Kissingen mit KissChess den dritten Bad Kissinger Schachverein nach der TSV-Abteilung und den ebenfalls noch jungen Schachfreunden (*2015). Jedoch wollte man nicht in Konkurrenz zu den genannten treten, sondern das schachliche Spektrum erweitern, ohne an der allgemeinen Verbandsrunde teilzunehmen. Die „Macher“ des Vereins sind der Initiator und Vorsitzende Dr. Hans-Joachim Hofstetter, Stellvertreter Dr. Harald Bittner und sportlicher Leiter Jürgen Müller (SC Bad Königshofen), der lange Jahre in Bad Kissingen arbeitete. Bereits im Januar 2018 organisierte man ein hochkarätig besetztes Turnier mit drei Großmeistern und weiteren Titelträgern in der Kurstadt, im Sommer die Bayerischen Einzelmeisterschaften.

Bereits im Herbst des gleichen Jahres ging eine Frauenmannschaft in der Regionalliga an den Start. Nach vier klar gewonnenen Matches wurde mit einer knappen Niederlage beim einzig verbliebenen Konkurrenten Bonn-Bad Godesberg die Meisterschaft noch vergeben. Da Bonn aber auf den Aufstieg verzichtete, der auch die Aufstockung von Vierer- auf Sechser-Mannschaften mit sich bringt, rutschten die KissChess-Damen doch noch in die 2. Frauen-Bundesliga. (mehr …)

Rottendorf spielt kommendes Jahr in der Oberliga !

Die schnellen Brüter, Foto: TSV Rottendorf

Die Schnellschach Koryphäen aus Rottendorf (Dr. Ostermeyer (ELO 2360), Matthias Königer (ELO 2004), Daniel Ulrich (ELO 1829) und Günter Schmitt (Elo 2095) erringen in der Landesliga Nord unter 14 Mannschaften den hervorragenden zweiten Platz und steigen damit in die Oberliga auf. Ein bemerkenswerter Erfolg, zumal man nicht nur den SC Bavaria Regensburg als nominellen Favoriten, sondern mit Kronach, Bad Neustadt sowie Seubelsdorf gleich drei Ligakonkurrenten und mehrere überregionale Mannschaften hinter sich lassen konnte.

Herzlichen Glückwunsch zu dieser Leistung und dem verdienten Aufstieg. Ein ausführlicher Bericht mit Ranglisten und Brettresultaten auf der Homepage Rottendorf

KL

Leergefegte Straßen in Obernau

Konzentration im Spielsaal. Die Stille wird jäh durch das Betätigen der elektronischen Uhren mit einem leichten Klacken unterbrochen. Kaum merklich verschieben sich die Stellungen an den Brettern. Figuren werden über das Spielfeld gezogen: Gerade, diagonal, lang- und kurzschrittig. Unvermittelte Pferdsprünge, Rochaden. Es entstehen dynamische Ungleichgewichte. Raum – Zeit – Material. Drei Dimensionen geben sich einander die Hände, diffundieren nur scheinbar zufällig.

Am Ostermontag werden anlässlich der Unterfränkischen Schacheinzelmeisterschaften in Obernau die Straßen wie leergefegt sein. Wer zuhause keinen Zugang zu den Livebrettern hat, wird sich die Nase an den Internetschirmen in den Schaufenstern der TV Geräte Läden plattdrücken. 65 Spieler sind gemeldet. Als Favorit in der M1 dürfte der einzige Internationale Meister, Fabian Englert, Meister von Unterfranken 2015, gelten. Geheimfavoriten lauern mit einem spitzen Läufer hinter dem Rücken kaltblütig auf ihre Chance.

Aber auch in den restlichen Klassen werden sich während der Ostertage Dramen an den Brettern abspielen, die zwar äußerlich nahezu geräuschlos von statten gehen, aber in den Köpfen und  Hormonspiegeln der betreffenden Schachkämpen zu entsprechenden Spitzen und (meist) unterdrückten Emotionsausbrüchen führen.

Turmeinschläge im schwarzen Dachboden auf g7, Springerattacken auf die Achillesferse f7 oder gar Damenopfer ins Zentrum der gegnerischen Macht werden zu sehen sein. Harmlos aussehende Bauernzüge können sich als gewalttätig erweisen. Man belauert und verschanzt sich. Es wird geblufft, es werden Hinterhalte gelegt.

Es gibt nicht nur materielle Verluste, sondern auch angekratzte Ego’s und durchlöcherte DWZ Werte. Schach ist ein brutaler Sport. Aber das wissen nur die Insider…

Schach ist aber auch ein geselliger Sport. Wenn man sich nicht dem statischen Selbstbild von Platzierungen und Rating hingibt, sondern einem dynamischen, das auf Spaß am Spiel, Lust am Prozess der Verbesserung des eigenen Könnens, intelligenten Zugfolgen, genialen Inspirationen am Brett, freundschaftlichen Partieanalysen post mortem und Geselligkeit nach der Partie abzielt, dann – und erst dann – hat man den eigentlichen Wert dieses sozialen Sports begriffen.

Humor und Selbstironie sind dabei zwei sehr nützliche Paten.

KL