Unterfränkischer Schachverband e.V.
Bezirksverband des Bayerischen Schachbundes im Deutschen Schachbund e.V.
und Bayerischen Landessportverband

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Harald Golda ist der Schachkönig

Unterfränkischer Meister: Harald Golda (Mitte) gewann den großen Pokal vor Hans-Joachim Hofstetter (links) und Konstantin Kunz (rechts).

Hauchdünner Sieg vor Hans-Joachim Hofstetter vom SK Bad Neustadt

Zwanzig Jahre nach seinem ersten Erfolg, damals frisch von der aufgelösten Schachabteilung des FC Sand nach Kitzingen 05 gewechselt, feiert Harald Golda (seit mittlerweile zehn Jahren beim SK Schweinfurt 2000) seinen sechsten Titel als Meister von Unterfranken. Er setzt sich damit vom diesjährigen Vize Dr. Hans-Joachim Hofstetter ab, der bislang ebenfalls fünf Titel vorweisen kann. In Sichtweite gerückt ist der Rekordhalter, Alfred Hock (Kitzingen) der achtmal die Titelkämpfe für sich entschied, zuletzt 1973 in Bad Neustadt.
Der Wanderpokal wurde gestiftet von der früheren Vorsitzenden des USV und Ehrenmitglied des USV, Margareta Walther (SC Bessenbach).
Quelle Harald Bittner

Ab Ostermontag war in der FrankenTherme das Schach-Fieber ausgebrochen. Dort kämpften 54 überwiegend Männer unter besten Bedingungen mit viel Platz im großen Kursaal, einer Kaffeebar und einem benachbarten Analyseraum um jeden Punkt bei der 67. unterfränkischen Einzelmeisterschaft.

Gespielt wurden neun Runden Schweizer System. An die Fischer-Bedenkzeit mussten sich einige erst gewöhnen, aber am Ende des Turniers hatten es alle gelernt. Man werde sie auch in Zukunft anwenden, sagte der Vorsitzende des unterfränkischen Schachverbandes, Harald Bittner, bei der Siegerehrung. Er bedankte sich bei den Ausrichtern, dem SC Bad Königshofen und besonders beim Vorsitzenden Jürgen Müller, der auch als Schiedsrichter fungierte. Er lobte ihn als sicheren und erfahrenen Helfer und hatte für ihn eine besondere Überraschung mitgebracht: Müller erhielt für seine Verdienste die Ehrennadel in Gold des unterfränkischen Schachverbandes.

Es gab keine Streitfälle zu schlichten, das bestätigte auch Müller, der sich bei den Teilnehmern für ihre Disziplin und Fairness bedankte. Man habe eine angenehme Woche verbracht, so Müller, der gleich zum nächsten Ereignis, dem 7. kleinen unterfränkischen Schachfestival am Pfingstwochenende (13. bis 18. Mai), am gleichen Ort einlud. Gespielt werden Turniersimultan, Tandem-Turnier, Blitzeinzelmeisterschaft, Blitzmannschaftsmeisterschaft, Schnellschach-Einzelmeisterschaft, Schnellschach-Mannschaftsmeisterschaft und ein Pokerturnier.

Goldene Ehrennadel: Jürgen Müller (links) wurde vom Vorsitzenden des unterfränkischen Schachverbandes, Harald Bittner, geehrt.

In drei Klassen waren die Teilnehmer eingeteilt. In der Meisterklasse I nahmen 18 Spieler teil. Dort startete Hans-Joachim Hofstetter (SK Bad Neustadt) mit drei Siegen, wurde dann jedoch vom Klingenberger Tobias Kuhn und vom Würzburger Christian Schatz gestoppt. Harald Golda vom Schachclub Schweinfurt konnte sich am Ende mit sechs Remis und drei Siegen, also mit sechs Punkten von möglichen neun, mit nur einem Buchholz-Punkt mehr vor Hofstetter an die Spitze setzen. Platz drei ging an den ebenfalls punktgleichen Konstantin Kunz vom SC Kitzingen, der mit 40,5 Buchholz nur ganz knapp hinter Hofstetter platziert war. Nachwuchstalent Jana Schneider von der Spvgg Stetten, die auch in der Frauenmannschaft in Bad Königshofen spielt, kam mit 4,5 Punkten auf Platz 8.

In der Meisterklasse II lag das Spitzenfeld nicht ganz so eng beisammen. Dort siegte Klaus Link (SK Klingenberg) mit 7,5 Punkten vor dem Würzburger Charles Gould (7) und Fred Reinl (SK Schweinfurt, 6). Letzterer lag aufgrund der besseren Bilanz mit 43,5 Buchholz-Punkten vor dem undankbaren Vierten Robert Link (SK Klingenberg). Gunter Beyersdorf vom SC Bad Königshofen landete auf Platz acht mit fünf Punkten, Gerhard Müller mit vier Punkten auf Platz 13 (von insgesamt 20 Teilnehmern).

Die fast 90-jährige Marianne Hartlaub hatte viel Spaß bei den unterfränkischen Schach-Meisterschaften.

Im Hauptturnier siegte ein Kitzinger: Moritz Basel mit sieben Punkten (sechs Siege, zwei Remis, eine Niederlage), gefolgt von Arnold Kraus vom SK Mömbris mit 6,5 und Karl-Ludwig Heilmann vom SK Gerolzhofen mit 6 Punkten. Andreas Hofmann vom SC Bad Königshofen belegte den vierten Rang mit ebenfalls sechs Punkten, aber fünf Buchholz weniger. In dieser Gruppe saß auch die älteste Teilnehmerin, die fast 90-jährige Marianne Hartlaub vom SK Klingenberg an den Brettern. Sie war mit Rollator, aber ansonsten voll fit unterwegs. „Ich habe mich nicht angestrengt, sondern einfach Spaß gehabt, fasste sie am Ende der Woche ihre Erfahrungen zusammen. Sie belegte mit vier Punkten Platz 12 (von 16 Teilnehmern). Vladyslav Makarchyk, ein Flüchtling aus der Ukraine, der sich kurzfristig für eine Teilnehme entschied, belegte mit einer gewonnenen Partie den letzten Platz in dieser Gruppe. Titelverteidiger Fabian Englert (SK Klingenberg) hatte nicht teilnehmen können, weil es mit der Grenke Chess Open in Karlsruhe eine Zeitüberschneidung gab.

Alle Ergebnisse finden Sie unter: www.ufra-schach.de

Quelle: Rhön – und Saale-Post
Regina Vossenkaul