Unterfränkischer Schachverband e.V.
Bezirksverband des Bayerischen Schachbundes im Deutschen Schachbund e.V.
und Bayerischen Landessportverband

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Turnusgemäße Wahl eines neuen Vorstands beim USV

Der scheidende Präsident Dr. Harald Bittner (SK Bad Neustadt, rechts) und der neue 3. Vorsitzende Mirco Süß (SK Klingenberg, links) begrüßen den neuen 1. Vorsitzenden Dr. Markus Veldkamp (SK Klingenberg, Mitte)

Am gestrigen Samstag dem 6.4. wählten die anwesenden Vereinsvertreter regulär einen neuen Vorstand. Nach langjähriger und erfolgreicher Tätigkeit kandidierten der Präsident Dr. Bittner und der 3. Vorsitzende Wolfgang Künstler nicht mehr für ihre Ämter. Ihre Wunsch-Nachfolger Mirco Süß als 3. Vorsitzender und Dr. Markus Veldkamp als 1. Vorsitzender wurden von den Mitgliedsvereinen einstimmig in den neuen Vorstand gewählt. Der langjährige Weggefährte und Vereinskamerad Wolfgang Max Schmitt hielt eine emotionsreiche, humorvolle und bewegende Laudatio auf den scheidenden 1. Vorsitzenden, die wir an dieser Stelle gerne zur Verfügung stellen. Der neue 1. Vorsitzende ehrte Wolfgang Künstler und Harald Bittner und dankte ihnen für ihren nimmermüden Einsatz. Das Kurzprotokoll zur Versammlung folgt in Kürze.

MV

Im Anschluss die zwei Laudatios

Laudatio von Markus Veldkamp

Lieber Harald,
Dein „Schach“-Lebenslauf weist mittlerweile eine insgesamt fast 20 Jahre dauernde Tätigkeit für den USV aus.
Von 2004-2009 warst Du zum Einstieg Breitensport-Referent sowie von 2009-2012 Vizepräsident. Seit dem 13.03.2012 leitest Du den USV verantwortlich als Präsident. Seit mittlerweile 12 Jahren leitest Du damit den USV durch die Höhen, die Tiefen und die Untiefen der Verbandsarbeit. Dabei hast Du Dich nie auf die Funktion des Präsidenten zurückgezogen, sondern Schach in allen Facetten und Bereichen gefördert. Sei es im Breitenschach bei der Durchführung eines Schachturniers in einem Einkaufszentrum oder den unermüdlichen Bemühungen, den Dähne-Pokal auf solide Füße zu stellen. Aber auch in der Ausbildung von Übungsleitern und Schiedsrichtern hast Du Dich verdient gemacht und viele Schachfreunde, insbesondere im Nachwuchs, für neue Perspektiven auf den Schachsport begeistert. Davon profitieren wir heute alle: die Schachspieler, die gut ausgebildete Schiedsrichter an ihrer Seite wissen – die Schachjugend, deren Trainer und Jugendleiter einen großen Methodenkoffer haben, aus denen sie sowohl die Breite als auch die Spitze bedienen können. Und natürlich ebenso die Mitgliedsvereine, die im USV einen verlässlichen Partner an ihrer Seite haben, der nicht nur machen lässt, sondern die Vereine aktiv unterstützt: finanziell, personell, technisch, und vor allem mit den vielen, vielen ehrenamtlichen Stunden der Schachfreunde mit Amt und auch ohne Amt.
Vor Corona startete auf der USV Webseite eine kleine redaktionelle Reihe mit dem Titel „10 Fragen an…“. Prominente Opfer waren hier Wolfgang Kassubek, Klaus Klundt, Steffen Klug, Reiner Köhler, und auch Harald Bittner konnte irgendwann dem Mikrofon nicht mehr entkommen. Er präsentiert sich fotographisch in einem schwarzen T-Shirt, bedruckt mit „The answer“ und einer sehr auffälligen 42 mittig auf der Brust. Die meisten Schachfreunde im Auditorium sind möglicherweise alt genug, um sich zu erinnern, aus welchem Meilenstein der SF Literatur dieses Zitat stammt. Und so lernen wir in der Antwort auf diese 10 Fragen nicht nur Haralds Vorlieben für bissige SF Romane kennen, aus denen dieses Zitat stammt, sondern auch, dass er seinen erlernten Beruf als Physiker in späten Berufsjahren genutzt hat, um in der Erwachsenenbildung im Rhön Klinikum NES tätig zu sein. Die dort erlernte Methodik setzt er auch heute noch in den Schiedsrichterkursen und C-Trainerkursen ein.
Lieber Harald,
lass mich diese Laudatio zum Ende führen mit Frage 6 aus diesem Interview: „Dein Lebensmotto?“ Antwort „Wenn man sucht, findet man einen Weg“. Das gilt für Schach natürlich ebenso wie für Funktionärstätigkeiten und das Privatleben. Und wir alle sind dankbar und danken Dir dafür, dass Du in den 12 Jahren als Präsident und natürlich in allen Ehrenämtern davor und danach für uns die Wege gefunden hast, ohne die der USV nicht das wäre, was er heute ist. Danke Harald.

 

Laudatio von Wolfgang Max Schmitt

Die zwei schwierigsten Dinge im Leben sind wohl das erste Hallo und das letzte Ade, wie wir in Franken sagen. Oder the first hello and the last Good bye. Das trifft heute bei der Verabschiedung unseres Vorsitzenden besonders zu.

Lieber Harald,
wir beide kennen uns bereits seit mehr als 50 Jahren. Deshalb ist es mir heute eine besondere Freude dich mit einem kleinen Beitrag in den Ruhestand als „Chef von Unterfranken“ zu befördern.
1957 geboren im Landkreis Starnberg.
Seefeld am Pilsensee. Das liegt in der Nähe des Ammersee und dem weltbekannten Kloster Andechs, wo es das leckere Starkbier gibt.
Dann ein kleiner Zeitsprung in eine andere Zeit.
Die gute alte Zeit, wie man so zu sagen pflegt.
Die Postleitzahlen waren noch vierstellig, das Telefon schwarz, wenn man eines hatte und dann auch noch fest mit Schnur in der Wand verankert. Es gab keine Anrufbeantworter und ständig erreichbar hieß, wir genossen unsere Freiheit, lernen hieß Freizeit und Freitag hieß Schach spielen und dies lernen.
Doch gehen wir gemeinsam zurück in das Jahr 1973. Wir beide wohnten in Brendlorenzen, heute ein Stadtteil von Bad Neustadt a.d. Saale.
Wir kamen im Schachklub in Neuscht zusammen, lernten uns kennen und es entstand eine Freundschaft, die bis heute hält. Wir wollten die Welt ändern, das war damals unser Ziel. Geschafft haben wir das natürlich nicht. Aber es ist uns gelungen Spuren in der Schachwelt zu hinterlassen. Du Harald Große, ich etwas kleinere. Begonnen haben wir beide unsere ehrenamtliche Tätigkeit, du als Jugendleiter und ich als Ordnungswart. Eine sehr interessante Konstellation. Viele von Euch wissen, aufgrund des Alters, ja gar nicht, es gab in Bayern zwei Schachbünde zur damaligen Zeit gab. Rauchen im Turniersaal und am Brett gehörte noch zum guten Ton. Zigaretten, Zigarren und Pfeife normal. Offene Fenster eher verpönt. Du machtest eine tolle Jugendarbeit, die bald Früchte trug. Unvergessen das Quartet aus dir, Karl Appl, Isi und ich. Tolle Erlebnisse, schöne Zeit und viel Spaß.
Schnell ging es bei dir zum zweiten Vorstand des Schachklub 1933 Bad Neustadt. Diesen Posten solltest du 50 Jahre bekleiden und mit Leben füllen.
Das Leben besteht bekanntlich nicht nur aus spielen, sondern auch aus dem Ernst.
Da kam dein Studium der Mathematik und Physik. Anspruchsvoll, zeitintensiv und mit vielen Entbehrungen verbunden.
Neben Musik hören, besonders Oldies auf deiner Tonbandmaschine, Skat spielen mit Vater im heimischen Wohnzimmer, legendäre Nudelessen von Mutter, blieb die Liebe zum Schachbrett mit den 64 Feldern erhalten.
Für dich als Mathematiker ist das Schachbrett, bestimmt mehr als nur eine Zahl.

Man kann es auch so definieren:
64 Felder hat ein Schachbrett
64 ist eine zentrierte Dreieckszahl
64 ist eine Quadratzahl 26 = (23)2 = 82
und gleichzeitig eine Kubikzahl 26 = (22)3 = 43
64 ist im Binärsystem 1 0 0 0 0 0 0
64 ist im Hexadezimalsystem 40
64 lautet im Morsecode – …. …. –

Zum Abschluss der Zahlen nochmals die Reiskornlegende mit der Verdopplung auf jedem Feld. Das ergibt dann nähmlich
18 Trillionen, 446 Billiarden, 744 Billionen,
73 Milliarden, 709 Millionen, 551 Tausend und 615 Reiskörner.

64 ist bei dir Harald mehr als nur eine Zahl.
Deine ehrenamtliche Leistung in den letzten fünf Jahrzehnten ist herausragend. Deine bisherigen Auszeichnungen wiegen schwer. Dein Sakko neigt sich bereits leicht zur Seite.

Viele Schachfreunde sind dir dankbar für die Ausbildung zum Schiedsrichter, der Ausbildung zum Übungsleiter, deinen unzähligen Einsätzen als Schiedsrichter, Besprechungen, Tagungen, Versammlungen, Videokonferenzen und Arbeitskreisen.

Die vielen Ehrenämter kann ich leider nicht auflisten da sich unsere Lebenswege längere Zeit räumlich getrennt hatten, aber wir immer freundschaftlich verbunden waren.

Das übernimmt gleich noch dein Nachfolger im Amt Dr. Markus Veldkamp.

So, wie wir gemeinsam begonnen haben, mit zwei Ämtern, schließt sich nun der Kreis.
Als Seniorenwart in Unterfranken darf ich dich als meinen Freund und obersten Chef verabschieden. Ähnliches werde ich bald in Bad Neustadt bei der JHV machen.
Da geht mit dir als Spielleiter eine Ära zu Ende.
Mir bleibt nur noch DANKE für alles zu sagen.

Genieße deinen schachlichen (Un) (Ruhe) Stand mit deine Frau Beate.
Gehe mit ihr auf Reisen, erhole dich dabei gut.
Spiele weiter Schach, wie du es möchtest, auch in der Mannschaft für den SK 1933 NES, deinem Verein. Gerne gesehen auch als Gast zum spielen in Unterfranken.

Bleibe deinen 64 Felder treu.

Dein Schachfreund Wolfgang Max