10 Fragen an Alexander Knüttel
Montag, 13. Juli 2026
Die Schachabteilung des 1. FC 1924 FRANKONIA THULBA E. V. Alexander findet sich in der vorderen Reihe als 4. von links. Bildquelle: Alexander Knüttel.
Es war Samstag, der 15.6.2024. Elektronische Post von einem Absender, den ich bislang nicht kannte. Betreff: Anmeldung Mitgliedschaft USV. Der erste Reflex war Tippfehler, das soll bestimmt Abmeldung heißen. Das war bisher der üblichere Fall, dass Schachabteilungen oder Schachvereine sich beim USV abmelden. Aber nein, ich lag glücklicherweise völlig falsch, wie das Studium des nachfolgenden Textes ergab. Dank all der fleißigen USV Hände konnten wir der Schachabteilung des FC Thulba dann bereits am 17.6. mitteilen, dass sie als Mitglied aufgenommen wurde. Mittlerweile, 2 Jahre später, ist sie fest im Spielbetrieb verankert und hat sich auch schon einen Namen als Ausrichter der RAPID MM 2025 gemacht. Ein großer Erfolg und eine großartige Geschichte, wie ich finde. Und so bedanken wir uns beim Vorsitzenden der Schachabteilung, Alexander Knüttel, dass er sich bereit erklärt hat, für unsere 10 Fragen zur Verfügung zu stehen. Alexander Knüttel ist Jahrgang 2005, 20 Jahre alt und hat in Hammelburg sein Abitur gemacht. Alexander studiert zurzeit Grundschullehramt mit dem Hauptfach Geschichte in Würzburg. Wohnhaft ist er in Hetzlos im Landkreis Bad Kissingen. Neben dem Schach engagiert er sich beim FC Thulba als Stadionsprecher bei den Heimspielen der Fußballer (Quizfrage: welcher Teilnehmer an den 10 Fragen war das noch?), spielt Posaune in der Stadtkapelle Hammelburg und betreut als Übungsleiter Kinder und Jugendliche im Circus Luna.
Ein junger Mann mit vielen Interessen und Fähigkeiten. Alles weitere dann in den 10 Fragen, viel Spaß beim Lesen.
Frage 1: Wie bist Du zum Schach gekommen und was hat Dich dort gehalten?
Mit 7 Jahren habe ich das Spiel von meiner Mutter gelernt. Danach spielte ich vor Allem gegen sie, meinen Bruder und meinen Großvater. Im Gymnasium nahm ich an der Schach-AG teil. Diese wurde jedoch ein Jahr später aufgelöst. Richtig erfasste mich das Schachfieber während der Corona-Pandemie. Meine Mutter empfahl mir in einen Schachverein zu gehen. Somit nahm ich mit einigen Schulfreunden und meinem Bruder ab 2022 regelmäßig an der Blitzturnierserie des TSV Bad Kissingen teil.
Frage 2: Wie kam es zur Gründung der Schachabteilung beim FC Thulba?
2023 fragte ich Achim Demmer vom TSV Bad Kissingen ob unsere Gruppe für den TSV als zweite Mannschaft in der B-Klasse antreten könnte. Wir wurden sofort unterstützt und spielten unsere erste Saison in der Mannschaft. Das Problem war, dass von uns sieben Jugendlichen keiner in Bad Kissingen wohnte und damals nur zwei ihren Führerschein hatten. Darum hatten unsere Fahrer zu Trainings und Heimspielen oft eine Fahrzeit von einer dreiviertel Stunde oder mehr. Als Julian Brönner, einer der heutigen Vereinsvorsitzenden, davon hörte, schlug er vor, eine Schachabteilung beim FC Thulba zu gründen. Das hatte den Vorteil, dass Thulba deutlich näher an unseren Wohnorten liegt und die meisten von uns ohnehin Fußball in Thulba spielten. Bei der Gründung war mir aber immer wichtig, den Kontakt nach Bad Kissingen aufrecht zu erhalten, weil wir dem TSV viel zu verdanken haben und als „Neulinge“ im Schachsport von der Erfahrung der Kissinger profitieren können. Daher war es auch eine meiner ersten Amtshandlungen als Abteilungsleiter eine Spielgemeinschaft mit Bad Kissingen zu bilden.
Frage 3: Im Nachgang betrachtet: würdest Du diese Schachabteilung noch einmal gründen? Was würdest Du beim zweiten Mal anders machen?
Rückblickend war die Gründung der richtige Schritt. Wir konnten ca. 20 Personen für den Schachsport motivieren, die vorher keinen Bezug dazu hatten. Jedoch hätte ich von Anfang an einen größeren Fokus auf Jugend- und Öffentlichkeitsarbeit legen müssen, da ich hier noch das größte Verbesserungspotential sehe.
Frage 4: Was ist Dein Lieblings-Reiseziel und warum?
Im letzten Jahr habe ich mit meiner Mutter und meinem Bruder eine Reise nach Schottland unternommen. Vor allem Edinburgh und im speziellen die Royal Mile haben mich beeindruckt.
Frage 5: Die berühmte gute Fee gewährt Dir jeweils einen Wunsch im Schachsport und einen allgemeinen. Wie entscheidest Du Dich?
Schachlich wünsche ich mir auch zukünftig sportlichen Erfolg für die Abteilung, aber insbesondere für unsere drei Jugendspieler. Die drei sind wirklich engagiert im Training und sollen sich dafür in zukünftigen Turnieren belohnen können.
Im Allgemeinen gibt es aktuell einen sehr akuten Wunsch, der sich am besten mit Gesundheit für meine Familie zusammenfassen lässt.
Frage 6: Du gewinnst eine Reise ins All als Weltraumtourist. Bist Du dabei? Und warum?
Ganz klar Nein! Für eine Reise ins All fehlt mir der Mut und auch aus ökologischen Gründen würde ich das Angebot immer ablehnen.
Frage 7: Was ist Deine Lieblingseröffnung im Schach und welche würdest Du gerne noch dazulernen?
Mit den weißen Steinen habe ich wohl am meisten italienisch gespielt. Ich möchte aber zukünftig auch vermehrt das Königsgambit trainieren. Mit Schwarz spiele ich gerne holländisch.
Frage 8: Welches Buch, welche Musik und welcher Film müssen mit auf die einsame Insel?
Als Buch würde ich den dritten Harry Potter Teil wählen. Musikalisch bin ich ein großer Fan der Band Lena&Linus. Als meinen Lieblingsfilm nehme ich den dritten Teil der Knives Out Reihe mit.
Frage 9: Welchen Schachspieler bewunderst Du am meisten und warum?
Ich bewundere vor allem Georgios Souleidis und Jan Gustafsson. Die beiden haben es während Corona geschafft mich für Schach zu motivieren.
Frage 10: Dein wichtigstes Ziel für die Zukunft?
Allgemein ist ein erfolgreiches Studium natürlich das wichtigste Ziel. Für die Abteilung wird es wichtig sein, dass die Abteilung quantitativ und qualitativ so wächst, dass bevor ich ins Referendariat gehe, meine Aufgaben (Jugendtraining, Abteilungs- und Mannschaftsführung) von anderen übernommen werden können.
Vielen Dank Alexander für die Bereitschaft die 10 Fragen zu beantworten und Deine Einblicke in die Vereinsarbeit. Wir wünschen Dir weiterhin viel Erfolg beim Studium und sehen uns hoffentlich bald beim nächsten Turnier.
In memoriam Klaus Link (1966-2024)
(MVE)
P.s.: Lösung der Quizfrage: Wolfgang Max Schmitt.