Unterfränkischer Schachverband e.V.
Bezirksverband des Bayerischen Schachbundes im Deutschen Schachbund e.V.
und Bayerischen Landessportverband

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10 Fragen an Roland Schleicher

Roland bei einer seiner Lieblingsaktivitäten: ein gutes Buch lesen. Bildquelle: Roland Schleicher.

Roland Schleicher sieht man oft und gerne bei Schachveranstaltungen in Unterfranken. Ein unglaublich sympathischer, bescheidener und hilfsbereiter Mann, der sich seit vielen Jahren im Jugendbereich engagiert. Ich habe nicht mitgezählt, aber es gab in der Vergangenheit einige Anfragen, ob er seine Kenntnisse und Fähigkeiten nicht auch für den USV gewinnbringend einsetzen möchte. Dieses Jahr, 2026, war es dann endlich soweit: Roland kandidierte als Referent für Schulschach bei der USJ und durfte dann im Februar auch gleich am Wirsberg Gymnasium zu den Schulschachmeisterschaften aktiv werden. Und wir freuen uns sehr, dass wir Roland gewinnen konnten, für unsere 10 Fragen zur Verfügung zu stehen, so dass wir ihn etwas besser kennenlernen.

Roland ist Jahrgang 1959 und wurde in Fulda geboren. Nach der Schulzeit startete er ein Chemiestudium in Marburg und vertiefte seine wissenschaftliche Arbeit mit einer Promotion in Biochemie. Danach führte ihn sein Lebensweg beruflich in den Außendienst der Pharmaindustrie und räumlich nach Würzburg. Nach der Hochzeit mit seiner Ehefrau zog es die beiden dann in eine größere Wohnung in Effeldorf im Landkreis Kitzingen. Als Hobbies nennt Roland sich selbst einen Bücherjunkie, er liebt das Kochen und Brot backen, das Wandern und das Garteln.

Wie Roland zum Schach kam, welche Meinung er zur Jugendarbeit hat und was er dort alles erlebte? Wir freuen uns, es in den 10 Fragen nachlesen zu können. Viel Spaß beim Lesen!

Frage 1: Wie bist Du zum Schach gekommen und was hat Dich dort gehalten?

Ursprünglich nahmen mich drei Freunde aus der Jugendgruppe in Fulda mit in den dortigen Schachclub. Nach drei oder vier Jahren beendete ich das Schachspielen, wie ich dachte für immer. Meine Mutter wurde zum Ende ihres Lebens dement. Da es da wohl auch eine vererbbare Komponente gibt dachte ich, ich sollte etwas dagegen tun und landete 2011 (nach 27 Jahren Pause) im Schachclub Kitzingen. Später hatte ich das Glück, dass mein Arbeitgeber Personal loswerden musste und allen älteren Mitarbeitern das Angebot machte, in den Vorruhestand zu gehen. Was ich gerne in Anspruch nahm. Somit hatte ich Zeit, den Trainerschein zu machen und diesen auch anzuwenden. Neben der Tätigkeit im Verein noch im Kitzinger Gymnasium und später am Egbert Gymnasium in Münsterschwarzach. Die Arbeit mit den Kids macht unter dem Strich viel Spaß. Und der Kontakt mit der Jugend hält hoffentlich auch geistig ein wenig jung.

 

Frage 2: Was war Dein größter sportlicher Erfolg im oder außerhalb des Schachs?

2012, noch ohne Wertungszahl, beim Schweinfurt Open den Ratingpreis <1700 gewonnen zu haben. Das wars.

 

Frage 3: Dieses Jahr bist Du zum Referenten für Schulschach gewählt worden. Was ist der besondere Reiz am Schulschach für Dich?

Die Möglichkeit Kindern spielerisch kognitive Fähigkeiten zu vermitteln, ohne Leistungsdruck. Den Kindern soziale Kompetenz beizubringen (was bei manchen nicht so einfach ist). Und in den Schulschachmeisterschaften entsteht ein Gemeinschaftsgefühl in der eigenen Mannschaft, dass viele über Jahre zusammenschweißen kann.

 

Frage 4: Was läuft aus Deiner Sicht aktuell gut und was weniger gut im Schulschach und in der Jugendarbeit in Unterfranken?

Es ist sehr erfreulich zu sehen, dass es immer mehr Schulen gibt, die Schulschach anbieten, aber es gibt immer noch viele Schulen, die dies nicht tun, bzw. nicht tun können, weil es keine Trainer dafür gibt. Nach meiner Erfahrung sind die Schulen sehr an Schach interessiert, wenn man auf sie zugeht. Und häufig gibt es keine schachaffinen Lehrer an den Schulen. Für die Vereine wäre es eine Möglichkeit durch den Unterricht in den Schulen an neue, jugendliche Mitglieder zu kommen. Und wenn mal Kids im Club sind, zieht das häufig eine ganze Menge an weiteren Kids in den Club.

Das Problem für die Clubs ist klar: die Trainer brauchen die Zeit, nachmittags in die Schule gehen zu können. Da bleiben fast nur die Rentner übrig.

 

Frage 5: Welchen Menschen würdest Du gerne mal treffen und was wäre Deine wichtigste Frage?

Den Schauspieler, Regisseur, Autor und Showmaster Stephen Fry, ein Weggefährte von u.a. Hugh Laurie, Emma Thompson, Douglas Adams, Rowan Atkinson, den Monty Pythons, um nur einige zu nennen. Ich würde ihn gerne über seine Zusammenarbeit mit Hugh Laurie in „Jeeves and Wooster“ befragen, eine Serie nach Motiven von P.G. Wodehouse‘ Werk über den genialen Butler Jeeves und seinen einfältigen Brotherren Bertie Wooster. Ich glaube, sie hatten damals viel Spaß.

 

Frage 6: Du gewinnst eine Reise ins All als Weltraumtourist. Bist Du dabei? Und warum?

Auch wenn die Aussicht von da oben auf die Erde grandios sein muss (wenn ich z.B. an das Foto „Earthrise“ der Apollo 8 Mission denke, dass den Erdaufgang über der Mondoberfläche zeigt): Nein danke! Erstens habe ich Flugangst und zweitens bleibe ich lieber bodenständig ständig am Boden.

 

Frage 7: Dein Geheimnis für körperliche und geistige Fitness?

Für den Geist: Schach, Lesen, ständige Neugier auf neues aus der Wissenschaft und Kontakte mit der Jugend.

Für den Körper: Wandern, Crosstrainer, ein wenig Muskeltraining

 

Frage 8: Welches Buch, welche CD und welcher Film müssen mit auf die einsame Insel?

Für den Bücherjunkie in mir ist der erste Teil schwer zu beantworten. Soll ich eines der drei Bücher wählen, von denen ich einmal dachte, dass sie mir ins Grab folgen sollen (Goethes Faust, Laurence Sternes Tristram Shandy, Kurt Vonneguts Schlachthof 5)? Ich nehme sie übrigens nicht mit unter die Erde. Wie man hört, ist es im Sarg ein wenig zu dunkel. Für die Insel lieber die Werkausgabe der Peanuts (geschummelt, umfasst diese doch 25 Bände). Die kleinen Leute, die die Probleme der Erwachsenen haben – alles, nur kein braver, biederer Comic.

Als CD Colloseum Live von 1971, Jazz, Blues, Rock und Klassik vereint, als Film 2001 – Odyssee im Weltraum, ein Science Fiction Film von Stanley Kubrick in Zusammenarbeit mit dem Schriftsteller und Physiker Arthur C. Clarke. Ohne Weltraumballereien, mit phantastischen Bildern zu beeindruckender Musik. Ein Film, der für Jahre viel Platz für Interpretationen bietet.

 

Frage 9: Welchen Schachspieler bewunderst Du am meisten?

Den namenlosen ersten Spieler, also den Erfinder unseres wundervollen Sportes (bzw. der Vorläufervarianten), dem ich verdanke, in diesem Spiel dilettieren zu können.

 

Frage 10: Dein wichtigstes Ziel für die Zukunft?

Möglichst lange fit genug bleiben, zum einen für die Arbeit mit den Jungs und Mädels und zum anderen – ich gestehe, es ist mir wichtiger – um meine werte Frau Gemahlin weiter bekochen zu können.

 

Vielen Dank Roland für Deine augenzwinkernden Antworten und Deine fundierten Einblicke in die Jugendarbeit. Wir wünschen Dir viel Spaß und Freude mit der Aufgabe als Referent für Schulschach und natürlich mit Deinen eigenen Kids als Jugendtrainer!

In memoriam Klaus Link (1966-2024)

(MVE)